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Deine Schlittschuh-Kufe unter einem Inline-Schuh? Warum das (leider) nicht passt.

30 Dec 2020
durch Diederik Hol, Geert Plender

Da wir viele Fragen von Kunden erhalten, die mit ihrem Inline-Schuh auch Eisschnelllaufen möchten, gehen wir tiefer auf das Thema ein. Weil es so aussieht, als könnte man auf derselben Art von Schuh fahren und gleiten, kann man also nicht nur einen Schuh für zwei Saisons verwenden? Das geht leider nicht so einfach. In diesem Blog erklären wir, warum es in keinerlei Hinsicht passt.

 

Eisschnelllaufen und Inlineskaten - zwei völlig unterschiedliche Welten

Eisschnelllaufen und Inlineskaten, das ist fast das gleiche. Zumindest scheint es so. Diejenigen, die beides ausüben, wissen, dass es mehr Unterschiede gibt, als man vielleicht denken mag. Die Niederlande sind fast das einzige Land der Welt, in dem Inlineskaten und Skaten so stark miteinander verbunden sind. Inline-Skaten entstand international aus dem Rollschuhlaufen und ist eine Sportart, die in Südeuropa und Südamerika beliebt ist. Aus internationaler Sicht lief die Entwicklung von Inline-Skating-Geräten daher völlig unterschiedlich zu den Entwicklungen im Eisschnelllaufen ab, das insbesondere in Nordeuropa eine viel längere Tradition hat. Das wird viele der folgenden technischen Unterschiede erklären.

 Entwicklung der Inline-Skates und die Größe der Rollen

Abbildung 1: Die Entwicklung der Inline-Skates und die Größe der Rollen in Bildern.

Große Inline-Skater-Rollen

Tatsächlich drifteten die Entwicklungswege zwischen Schlittschuhen und Inline-Skates sichtbar auseinander, als wir anfingen, auf immer größeren Inline-Skating-Rollen zu fahren. In den 80ern fuhren wir auf 76 mm, heutzutage mit 125 mm auf fast doppelt so großen Rollen. Was für ein enormer Unterschied!

Entwicklung von 5 kleinen hin zu 4 größeren Rollen in Inline-Skates

Abbildung 2: Mit der Entwicklung von 5 kleinen hin zu 4 größeren Rollen in Deinen Inline-Skates hat sich der Montageabstand von Inline-Skates von 165 auf 195 mm geändert. Auf dem Foto eine Cádomotus Dualbox6 mit 4x110mm Rollen und eine Mogema M55 mit 5x80mm Rollen

Der größte Schritt in dieser Entwicklung war, dass wir von 5x84mm Rollen auf 4x100mm umgestellt haben. Allerdings passte die Position der zweiten und dritten Rolle dann nicht mehr zu den bisherigen Befestigungspunkten am Schuh. Um die Skate-Schiene weiterhin passend unter einem Schuh befestigen zu können, mussten die Hersteller den Abstand zwischen den beiden Befestigungspunkten von 165 mm auf 195 mm vergrößern. Der vordere Befestigungspunkt befindet sich jetzt unter Deinem Zeh, genau dort, wo sich das Scharnier eines Klapp-Schlittschuhs befindet. Seitdem passt eine Kufe definitiv nicht mehr unter Inline-Skateschuhe.

Ein Inline-Schuh passt nicht auf ein Schlittschuh-Kufe

 

Abbildung 3: Ein Skateschuh mit 195 mm Lochabstand passt nicht auf eine Klapp-Kufe, da der vordere Befestigungspunkt 30 mm zu weit vorne liegt. Zusätzlich montierst Du den Inline-Skateschuh von unten (von der Schiene aus) und den Schlittschuh von oben (vom Schuh her).

Befestigung Kufen und Schienen

Abbildung 4: Die Befestigung einer Skate-Schiene unterscheidet sich von der Befestigung einer Schlittschuh-Kufe.

Befestigung bei Schlittschuhen und Inline-Skateschuhen

Bevor sich der Lochabstand bei Inline-Skates änderte, war er eigentlich schon passend und gleich. Der sogenannte Lochabstand von Skateschuhen ist nicht standardisiert, sondern wächst mit Deinem Fuß mit. Und das macht Sinn, denn Du möchtest Deine Befestigungspunkte idealerweise unter dem Ballen und der Ferse Deines Fußes haben. Dort übst Du den größten Druck aus und dort wird dieser Druck am effizientesten auf das Eis übertragen.

Druckpunkte Skate-Schuhe

Abbildung 5: Am effizientesten sind Befestigungspunkte unter der Ferse und dem Fußballen.

Der Abstand der Befestigungspunkte eines Skateschuhs erhöht sich pro Größe um 5 mm. Von 140 mm für eine Größe 35 (Fußlänge 225 mm) bis 190 mm für eine Größe 47 (Fußlänge 300 mm). Mit größeren Füßen wächst auch die Länge Deiner Kufe mit. Größe 40 erfordert ungefähr eine 16,5-Zoll-Kufe und Größe 45 erfordert eine 17,5-Zoll-Kufe (die Tatsache, dass dies in Zoll - und nicht in cm - ausgedrückt wird, kommt übrigens wieder vom shorttrack, um es einfach zu machen).

Für diejenigen, die darauf bestanden, ihre Inline-Skateschuhe zum Eisschnelllaufen zu verwenden, war etwas Glück erforderlich. Mit solch einem alten Skateschuh mit 165 mm Abstand passt nur eine Skate-Schiene, die der Schuhgröße 40/41 entspricht.

Befestigung Skate-Schuhe und Schlittschuhe

 

Abbildung 4: Inline-Skateschuhe haben einen festen Lochabstand von 195 mm für alle Größen und können in der Länge (von vorne nach hinten) angepasst werden. Schlittschuhe haben für jede Schuhgröße einen anderen Lochabstand von 150 bis 190 mm. Die Schlittschuhe haben auch einen breiten Schlitz anstelle einer Längsöse.

 

Vom Schuh her montieren oder umgekehrt

Ein weiterer Grund, warum Du Deinen Skateschuh oder Schlittschuh nicht für zwei verschiedene Saisons verwenden kannst: Die Art und Weise, wie die Schiene am Schuh befestigt wird, ist unterschiedlich.

Du befestigst eine Skate-Schiene von unten mit einer M6-Schraube. Eine Eislauf-Kufe befestigst Du von innen mit einer M5-Schraube. Bei der Eislauf-Kufe ist dies nicht anders möglich. Unter der Ferse befindet sich nämlich auch die Vorrichtung, in die Ihre Klapp-Kufe gleitet. Es ist kein Platz zum Schrauben von unten nach oben gegeben.

Dieser Platz ist bei Inline-Skates vorhanden. Und deshalb entscheiden wir uns hierbei für diese logischste Wahl. Du schraubst die M6-Schraube von unten in einen Aluminium-Befestigungspunkt. Das bietet auch noch ein bisschen mehr Stabilität und Festigkeit. Auf Inline-Skates wirken auch größere Kräfte, zum Beispiel aufgrund rauer Straßenoberflächen.

 

Das Verstellen Deines Schlittschuhs oder Inline-Skates

Die meisten Schlittschuhe und Inline-Skates sind in zwei Richtungen verstellbar: von vorne nach hinten und von innen nach außen. Auf diese Weise justierst Du Dein Fahrgestell genauso unter Deinen Fuß, dass Du einen guten Druck (vorne / hinten) ausüben und gut lenken kannst (innen / außen).

Bei Schlittschuhen erfolgt die Breiteneinstellung im Schuh, bei Inline-Skates in der Schiene. Dies ist ein typisches Beispiel für zwei Welten, die sich unabhängig voneinander entwickelt haben. Eigentlich sollte es möglich sein, Inline-Skates auf die gleiche Art zu montieren wie Schlittschuhe.

 

Geht das nicht mittlerweile anders?

Es geht auch anders. In der Zwischenzeit ist der 195-mm-Abstand bei Inline-Skateschuhen eigentlich nicht mehr erforderlich, da wir jetzt auf 3x125-mm-Rädern fahren. Es wäre sinnvoller, diesen Lochabstand jetzt auf 165 mm zu reduzieren. In diesem Fall würden bestimmte Größen von Schlittschuh-Gestellen wieder passen. Warum wird das vorerst nicht passieren? Inline-Skating-Wettbewerbe auf einer Piste verhindern das aktuell noch. Dort ist es immer noch verboten, auf 125-mm-Rädern zu fahren, daher entscheiden sich Wettkampffahrer weiterhin für einen 4x110-Rahmen. Und damit einen 195mm Abstand.

Es könnte, aber es wird wahrscheinlich nicht passieren. Weil dies nur die praktischen Aspekte sind. Im nächsten Blog gehen wir auf die funktionalen Unterschiede zwischen Inline-Skates und Schlittschuhen ein.

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